Johannes Geccelli
geb. 1925 in Königsberg
lebt in Jühnsdorf bei Berlinn
Aquarelle - rund um Jühnsdorf, 15 x 21 cm

Wirklich
Die Wirklichkeit ist das, was wirkt. Das, was in Wirklichkeit wirkt, ist nicht immer zu sehen.
Für die Alten war die wirklichste Wirklichkeit das Wirken der Götter.
Das, was wirklich war, bewirkten die Götter. Die Helden waren keine Persönlichkeiten, sondern wirkende Kräfte der Götter. Bei den Alten bestand das dringende Bedürfnis die Wirklichkeit der Götter sichtbar zu machen. Sie wiesen ihnen durch Kunst eine Gestalt in Bildwerken zu und einen Ort, wo sie sichtbar anwesend waren. Obwohl sie überall wirkten, wurden sie an jenem bestimmten Ort besonders verehrt.
Heute fehlen die Götter. Das beklagten schon die Dichter. Das Wirkliche, das wirkt, schreiben wir nicht mehr Göttern zu. Dennoch haben wir den Wunsch durch Kunst das, was wirkt, sichtbar zu machen. Das, was wirkt bearbeitet heute die Wissenschaft. Daher erklärt die Wissenschaft uns Vieles, was früher den Göttern zugesprochen wurde.
Aber, so müssen wir feststellen, nicht alles Wirkliche hat sie im Griff.
Also: Es bleibt noch etwas zu tun für die Künstler. (Johannes Geccelli, 1993)

“Nerospalt - Rossospalt”, 1994, je 60 x 50 cm